Spanische Grippe in Lindau
Corona ist nicht die erste Pandemie, mit der die Lindauer zu kämpfen hatten. Vor hundert Jahren verbreitete die Spanische Grippe Leid und Tod – auch in Lindau, wie Unterlagen im Stadtarchiv zeigen.
Viele Millionen Menschen in aller Welt erkrankten zwischen 1918 und 1920 an der Spanischen Grippe.
Die Pandemie der „Spanischen Grippe“, auf deren Höhepunkt ein Viertel der Bevölkerung das Bett hüten musste, grassierte 1918 auch in Schwaben.
Die Spanische Grippe forderte in den Jahren 1918 und 1919 auch in der Region unzählige Todesopfer. Dabei kam das Virus auch über die Kriegsheimkehrer in die Heimat. In der Folge wurden Schulen geschlossen, es gab Hamsterkäufe und die Behörden riefen dazu auf, Zugfahrten und Versammlungen zu meiden.
Die "Spanische Grippe" von 1918/19 war die verheerendste Seuche des 20. Jahrhunderts. Aufgrund des Ersten Weltkriegs, des politischen Umbruchs in Europa und der scharfen Zensur in den Krieg führenden Ländern erhielt die Pandemie jedoch nur geringe Aufmerksamkeit. Ihren Höhepunkt in Deutschland und Bayern erreichte die "Spanische Grippe" im Oktober und November 1918, kurz vor dem militärischen Zusammenbruch und der Revolution. Die Grippepandemie tötete binnen weniger Monate weltweit mehr Menschen als der Weltkrieg, Schätzungen zufolge 20 bis 50 Millionen.
Am häufigsten starben 1918/19 die 15- bis 30-Jährigen.



