Judenverfolgung im Mittelalter und die Pest
Die Pest wütete von 1347 bis 1353 in Europa und brachte einem Drittel der europäischen Bevölkerung den Tod.
Die Welle der Judenverfolgung im Mittelalter begann mit dem Ausbruch der Pest, die von 1347 bis 1353 in Europa wütete und etwa fünfundzwanzig Millionen Europäern, also einem Drittel der europäischen Bevölkerung, den Tod brachte. Die Krankheit brach 1330 in Zentralasien aus und gelangte über Land- und Wasserhandelswege nach Europa.
Mit Hilfe der modernen Wissenschaft wurde belegt, dass die Krankheit durch zahlreiche Floharten, wie zum Beispiel den Rattenfloh, übertragen wurde. Weil es aufgrund der fehlenden Hygiene in den mittelalterlichen Städten von Ratten nur so wimmelte, konnte sich die Krankheit rasch ausbreiten.
Da dieses Wissen zur Zeit der Pestepidemien jedoch noch nicht vorhanden war, mussten andere Ursachen für die Verbreitung der Krankheit gefunden werden. Somit beschuldigte man die Juden der Brunnenvergiftung und machte sie für den Ausbruch der Seuche verantwortlich.
Nachdem die Juden schon 1321 grundlos der Brunnenvergiftung beschuldigt wurden, brachte man diesen Verdacht später auch mit der Pest in Verbindung. Den Juden wurde daraufhin vorgehalten, dass sie Gift in Brunnen und Quellen träufeln und sich die Krankheit dadurch in der Bevölkerung verbreitete.
Der Beweggrund für diesen Vorwurf war die Tatsache, dass gegen die jüdische Bevölkerung grundsätzlich Misstrauen und Abneigung bestand und ihnen die schlimmsten Straftaten, wie zum Beispiel Hostienfrevel und Ritualmorde, vorgeworfen wurden.
Verdächtig schien auch, dass manche jüdische Familien durch ihre religiösen Ernährungs- und Hygienevorschriften später mit der Seuche infiziert wurden, als der Rest der Stadtbevölkerung. Die Juden wurden zu Sündenböcken gemacht.



